Kiezkieken

Räume für Begegnung, Ausdruck und Heilung

Was ist Kiezkieken?

Kiezkieken ist ein partizipatives Projekt, das Kindern und geflüchteten Menschen Raum gibt, einander zu begegnen und gemeinsam ihren Stadtteil zu erkunden.

Neben meiner Praxis Psychotherapie Lichtbogen engagiere ich mich seit vielen Jahren in kooperativen Projekten, die Kindern und Jugendlichen kreative und sichere Räume eröffnen – insbesondere jenen mit herausfordernden Lebensumständen und Fluchterfahrungen. Ein zentraler Bestandteil dieses Engagements ist die Zusammenarbeit mit der Künstlerin und Projektleiterin Eva Susanne Schmidhuber, Gründerin von kiezkieken e.V.

Eva Susanne Schmidhuber initiiert und leitet seit vielen Jahren partizipative Kunst- und Kulturprojekte für junge Menschen in Berlin. Ihre Arbeit als Künstlerin ist geprägt von einem feinen Gespür für Teilhabe, kulturelle Vielfalt und sozialraumbezogene Bildungsarbeit. Wir arbeiten seit 2015 regelmäßig zusammen – in Museen, Schulen, Kiezprojekten und Flüchtlingsunterkünften.

Meine Rolle ist die psychologische und traumatherapeutische Begleitung innerhalb der Workshops. Ich unterstütze Kinder und Jugendliche dabei, ihre Erfahrungen zu verarbeiten, innere Stabilität zu entwickeln und über kreative Prozesse in Kontakt mit sich selbst und ihrer Umwelt zu kommen.

Ein besonders sichtbares Projekt unserer Zusammenarbeit war „GroßstadtDschungel“, das 2022 im Rahmen der Ausstellung Laboratorium Lichtenberg im Museum Lichtenberg stattfand. Eva Susanne Schmidhuber konzipierte und leitete dort zahlreiche Kunstworkshops für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren, in denen sie die urbane Tier- und Pflanzenwelt entdeckten und künstlerisch umsetzten. Ich begleitete die Kinder als vertraute Ansprechpartnerin und unterstützte als studierte Biologin im Umgang mit dem Mikroskop.

Unsere gemeinsame Arbeit findet jedoch nicht nur in kulturellen Einrichtungen statt – sondern auch direkt vor Ort, etwa in Berliner Flüchtlingsunterkünften. Dort realisieren wir niedrigschwellige Angebote, die Raum für Ausdruck, Verbindung und Stabilisierung schaffen. So zuletzt am 05. April 2025, anlässlich des Zuckerfests, bei dem Eva Susanne Schmidhuber ein partizipatives Kreativformat initiierte. Ich begleitete die Kinder psychologisch und sorgte dafür, dass die entstehenden Prozesse innerlich gehalten und behutsam unterstützt wurden.

Warum mir diese Arbeit so wichtig ist?
Weil ich zutiefst überzeugt davon bin, dass jedes Kind – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Lebensgeschichte – das Bedürfnis und das Recht hat, gesehen zu werden. Gerade junge Menschen mit Fluchterfahrung oder aus belasteten sozialen Kontexten brauchen sichere Räume, in denen sie sich ausdrücken, Vertrauen entwickeln und neue Erfahrungen machen können. Integrative Projekte verbinden das Spielerische mit dem Heilsamen. Sie schaffen Begegnung – nicht nur mit anderen, sondern auch mit sich selbst. Genau hier kann Entwicklung beginnen.

Die Verbindung von partizipativer Kunst und Traumatherapie schafft Erfahrungsräume, in denen nicht nur Ausdruck, sondern auch Begegnung und Entwicklung möglich werden – auch ohne viele Worte. Ich empfinde die Zusammenarbeit mit Eva Susanne Schmidhuber als sehr bereichernd: Ihre Arbeit öffnet Türen, meine unterstützt beim Durchschreiten. So entstehen Momente, in denen Kinder sich erleben dürfen – gesehen, sicher und verbunden.